Reduzierung der Feinstaubbelastung

MANN+HUMMEL weitet Forschungsprojekt zur Reduzierung der Feinstaubbelastung aus

Ludwigsburg, 08. Dezember 2017. Der Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL aus Ludwigsburg führt unter dem Titel „Feinstaubfresser“ ein Forschungsprojekt zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in Ballungsräumen durch. Im August hat ein Feldtest mit einem Versuchsfahrzeug in der Region Stuttgart begonnen. Heute weitet das Unternehmen den Feldtest aus. Zwei weitere Fahrzeuge werden zukünftig für Testfahrten im Einsatz sein. Beide sind in der Lage, auch im stehenden Betrieb Feinstaub aus der Umgebungsluft heraus zu filtern. Mit einer Filtersäule testet MANN+HUMMEL zudem eine stationäre Lösung. Eingesetzt an Orten mit besonders hoher Feinstaubbelastung soll sie zur Verbesserung der Luftqualität beitragen.

Testfahrzeuge

Nach dem ersten Testfahrzeug stattet MANN+HUMMEL auch die beiden weiteren Fahrzeuge mit drei Anwendungen aus, die zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen sollen. Ein auf dem Dach der Pkw installierter Partikelfilter scheidet Feinstaub aus der Umgebungsluft ab. Insassen werden durch einen innovativen Innenraumluftfilter geschützt. Zudem reduziert ein neu entwickelter Bremsstaubpartikelfilter an der Bremsanlage die Abgabe von Feinstaub an die Umgebung.

Der Feinstaubpartikelfilter auf dem Dach der zwei neu hinzugekommenen Testfahrzeuge ist, im Unterschied zum bisherigen Fahrzeug, mit einem aktiven Filtersystem ausgestattet. Bei diesem sind hinter dem Filter Ventilatoren verbaut, die dem Filter Luft aus der Umgebung zuführen. Somit ist das Testfahrzeug auch im stehenden Betrieb in der Lage, Feinstaub aus der Umgebungsluft heraus zu filtern. Außerdem sind die neuen Feinstaubpartikelfilter mit Sensoren ausgerüstet, um die Effizienz der Systeme durch ein Online-Monitoring zu überprüfen. MANN+HUMMEL erfasst dabei Informationen über die Filtrationsleistung, die gereinigte Luftmenge, die Feinstaubkonzentration sowie Wetterdaten. Die Daten werden in einer Cloud zusammengeführt, durch ein Webinterface visualisiert und von den Filtrationsexperten ausgewertet.

Die Ausweitung der Testfahrten zum jetzigen Zeitpunkt bietet auch für die Erprobung des Bremsstaubpartikelfilters Vorteile. Im Labor und auf dem Prüfstand hat der Filter seine Abscheideleistung bereits bewiesen. Nun testet MANN+HUMMEL speziell bei winterlichen Verhältnissen. Dabei untersuchen die Experten den Filter unter Einsatzbedingungen wie Matsch, Schnee, Eis und Schmutz.

Durch ihre auffällige Gestaltung als „Feinstaubfresser“ sind die Fahrzeuge während der Testfahrten im Raum Stuttgart kaum zu übersehen.

Filtersäule

Neben den Versuchsfahrten mit den „Feinstaubfresser“-Fahrzeugen beginnt MANN+HUMMEL mit dem Test einer stationären Filterlösung. Vor seinem Technologiezentrum in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg hat das Unternehmen hierfür eine Filtersäule installiert. Ebenfalls ausgerüstet mit Feinstaubpartikelfiltern und Ventilatoren filtert die Säule aktiv Feinstaub aus der Umgebungsluft.
Filtersäulen sind vor allem für einen Einsatz in Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen geeignet. Beispielsweise an großen Kreuzungen können sie zu einer Reduzierung der Feinstaubbelastung beitragen. In der Säule finden ein energieoptimiertes und leistungsstarkes Gebläse, ein mehrstufiges Filterelement und eine Steuerungseinheit Platz. Dabei kann der Betrieb des Feinstaubpartikelfilters bedarfsgerecht gesteuert werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten könnten Bushaltestellen oder Bahnhöfe sein. Hier sind Menschen hohen Feinstaubbelastungen ausgesetzt. Die Säule kann einen Beitrag zum Schutz von Reisenden leisten. Dafür entwickelt MANN+HUMMEL Filtrationskonzepte, die sich direkt in Bushaltestellen integrieren lassen oder in Form von Werbetafeln und Informationswänden aufgestellt werden können.

Josef Parzhuber, Geschäftsführer Automobil Ersatzgeschäft bei MANN+HUMMEL, stellt die Bedeutung des Projekts hervor: „Besonders in den Wintermonaten nehmen Verkehrsteilnehmer die Feinstaubbelastung mit Sorge wahr. Wir weiten unser Forschungsprojekt zur Verbesserung der Luftqualität gerade jetzt aus. Mit nun drei Feinstaubfresser-Fahrzeugen und dem Einsatz von Sensorik werden unsere Testfahrten noch effektiver und zuverlässiger. Gleichzeitig gehen wir mit der Aufstellung von Filtersäulen den Schritt von mobiler zu stationärer Feinstaubfiltration. Das große Interesse bei unseren industriellen Partnern und Kunden bestätigt uns in unserem Engagement.“

Im Fall der mobilen und stationären Feinstaubfilter arbeitet MANN+HUMMEL mit TEAM KAMM GmbH im baden-württembergischen Aichwald und Better Air GmbH in Spittal an der Drau, Österreich zusammen.

Weitere Informationen

Die auf dem Dach der Versuchsfahrzeuge verbauten Filterelemente ermöglichen durch ihren besonders niedrigen Strömungswiderstand einen maximalen Volumenstrom bei gleichzeitig hoher Abscheidewirkung. Computersimulationen haben gezeigt, dass die Gesamtfeinstaubbilanz des jeweiligen Fahrzeugs wesentlich verbessert werden kann. Die vielversprechenden Ergebnisse aus der Simulation überprüft MANN+HUMMEL mit dem nun ausgeweiteten Feldtest im realen Fahrbetrieb.

Der neu entwickelte Bremsstaubpartikelfilter verhindert durch sein robustes Gehäuse in unmittelbarer Nähe des Bremssattels direkt an der Entstehungsquelle eine Abgabe von Feinstaub an die Umgebung. Dies ist besonders wichtig, da beim Bremsvorgang im Stadtverkehr um ein Vielfaches mehr Feinstaub entsteht als durch Abgase. Über 90% des Bremsstaubes sind zudem feine Partikel, die sich negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Der neue Bremsstaubfilter kommt bei allen Antriebsarten vom E-Fahrzeug über das Hybridfahrzeug bis hin zum klassischen Benzin- und Dieselfahrzeug zum Einsatz.

Auch für den Schutz der Fahrzeuginsassen hat MANN+HUMMEL bereits Lösungen entwickelt. In den Testfahrzeugen kommt dazu ein neu entwickelter Innenraumluftfilter zum Einsatz. Die verwendete Aktivkohlemischung des Filters weist einen sehr hohen Abscheidegrad für die giftigen Stickoxide (NOx) und weitere Schadgase auf. Die innovative Beschichtung des Filters bindet zuverlässig hohe Mengen an Ammoniak, während feinste Nanofasern im Inneren besten Schutz vor Feinstaub und Pollen bieten.

Etwa 47.000 Menschen in Deutschland sterben nach Schätzungen der WHO jährlich durch Feinstaub. Die Stadt Stuttgart ist mittlerweile überregional für ihren Feinstaubalarm bekannt. Waren es im Jahr 2016 noch 59 Tage an denen der Alarm ausgerufen wurde, kam die baden-württembergische Landeshauptstadt im Jahr 2017 bereits in den Monaten Januar bis April auf 48 Tage, an denen Feinstaubalarm galt.

Ansprechpartner

Miriam Teige
Manager Corporate Communications