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Bericht des Aufsichtsrats

Thomas Fischer, Vorsitzender des Aufsichtsrats

80 Jahre. Oder, um es greifbarer zu machen: ein ganzes Menschenleben.

Heute blicken wir bei MANN+HUMMEL auf eine beeindruckende Unternehmensgeschichte zurück. Eine Tradition, die wir als nicht selbstverständlich erachten. Seit der Unternehmensgründung vor acht Jahrzehnten durch Adolf Mann und Dr. Erich Hummel hat sich in unserer Firma und vor allem in der Welt, die uns umgibt, vieles geändert. Was sich jedoch nicht geändert hat, sind unsere Prinzipien: der Wertekompass eines traditionellen Familienunternehmens.

Das Jahr 2020 prägte unser Unternehmen durch drei zentrale Themen. An erster Stelle steht die Digitalisierung, die unserem Unternehmen und unserem Geschäftsmodell auch weiterhin enorme Chancen bietet. Die zweite Herausforderung waren die Rahmenbedingungen, mit denen wir alle konfrontiert waren: die Unsicherheiten der Weltpolitik, strukturelle Änderungen in unserem Kerngeschäft und der Automobilbranche sowie die notwendige kontinuierliche Überprüfung und Anpassung unseres Produktionsnetzwerks. Und zu guter Letzt: eine Pandemie in einem für uns noch nie gekannten Ausmaß und mit substanziellen Auswirkungen auf unser Unternehmen.

Herausforderungen kann man auf unterschiedliche Weise begegnen: Entweder man meistert sie durch rasches und konsistentes Handeln oder man strauchelt. Eine Krise nur irgendwie zu überstehen – das war bei MANN+HUMMEL noch nie der Maßstab. In den vergangenen acht Jahrzehnten war es unser erklärtes Ziel, stets gestärkt aus Krisen hervorzugehen. Mit großem Einsatz und Mut zum Wandel hat unser gesamtes Team die Herausforderungen des Jahres 2020 erfolgreich gemeistert. Unser Unternehmen hat sich besser als anfangs erwartet entwickelt und ist in diesen außerordentlich unsicheren Zeiten immer auf Kurs geblieben. Unser Dank gilt nicht nur dem Team, sondern auch unseren Kunden und Partnern, die MANN+HUMMEL auf unserem Weg zu „Leadership in Filtration“ begleiten. Wir sind stolz und dankbar, dass wir gemeinsam gewachsen sind und auch diese Situation zusammen gemeistert haben.

Wir blicken mit Vorfreude, Zuversicht und Optimismus in die Zukunft und sind davon überzeugt, dass unsere Mission „Das Nützliche vom Schädlichen trennen“ einen Schlüssel für die Lösung der  Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darstellt. Falls die Bedeutung von Filtration je infrage gestellt wurde, hat die COVID-19-Pandemie deutlich gezeigt, was für einen großen Stellenwert sie für uns alle einnimmt und einnehmen sollte. Auch sehen wir mit Stolz, wie unsere Filtrationsexpertise und unsere Technologien es uns ermöglicht haben, in dieser kritischen Zeit sehr schnell Filter und Luftreiniger zu entwickeln und zu liefern. Diese Geräte filtern mehr als 99,995 % der Viren und ihrer Mutationen aus der Luft. In Krankenhäusern, Klassenräumen, Supermärkten oder überall dort, wo Menschen sich Luft teilen: Unsere Produkte und Lösungen gewährleisten, dass diese Luft so sauber wie möglich ist. Letztlich sagt der Name unseres Produktes bereits alles: OurAir – unsere Luft.

Dies ist nur eines von vielen erfolgreichen Beispielen für das Potenzial unseres Unternehmens. Wenn ich nach der Strategie für die Zukunft von MANN+HUMMEL gefragt werde, skizziere ich diese in wenigen Sätzen: Wir, der führende Filtrationsanbieter, entwickeln unser bestehendes Automobilgeschäft weiter. In einigen Bereichen expandieren wir sogar erheblich, um saubere Mobilität weltweit zu unterstützen. Gleichzeitig investieren wir sehr stark in Technologien, die den Menschen und der Welt saubere Luft und sauberes Wasser ermöglichen. Wenn wir uns auf die nächsten acht Jahrzehnte angemessen vorbereiten wollen, reicht es nicht aus, nur das schützen zu wollen, was wir bisher erreicht haben. Wir müssen organisch wachsen und unsere vorhandenen Geschäftsbereiche gezielt ausweiten.

Für unser Ziel, die saubere Mobilität von morgen voranzutreiben, müssen wir uns mit alternativen Antriebsformen auseinandersetzen und passende Lösungen finden. Filtrationslösungen spielen in Fahrzeugen mit Elektro- und Wasserstoffantrieb eine ebenso zentrale Rolle wie bei traditionellen Verbrennungsmotoren, die mit CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Wir sind sicher, dass die Filtration in allen Mobilitäts- und Antriebstechnologien ihren festen Platz hat.

In Bereichen, in denen unser organisches Wachstum an seine Grenzen stößt, werden wir uns durch gezielte Investitionen und Akquisitionen stärken. In unserer aktiven Weiterentwicklung und der Vorbereitung unseres Unternehmens stützen wir uns auf die drei Treiber unserer Transformation: Nachhaltigkeit, Mobilität und Digitalisierung. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Nachhaltigkeit. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir an allen Standorten von MANN+HUMMEL unsere Umweltstandards einhalten und gemeinsam die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitsziele verfolgen. Darüber hinaus arbeiten wir Seite an Seite mit unseren Kunden an nachhaltigen Produkten, Lösungen und Dienstleistungen, die durch die der Filtration inhärenten Nachhaltigkeit einen Mehrwert schaffen.

Von den ersten mutigen unternehmerischen Schritten in den 1940ern hin zu einem selbstbewussten globalen Anbieter von Filtrationslösungen – MANN+HUMMEL ist dankbar für den Erfolg und blickt optimistisch in die Zukunft. Mit Leidenschaft und Innovationskraft entwickeln wir auch weiterhin die fortschrittlichsten Filtrationslösungen, weil wir überzeugt sind, dass es immer eine Nachfrage nach dieser Schlüsseltechnologie geben wird.

Der Aufsichtsrat der MANN+HUMMEL Verwaltungs GmbH hat im Berichtsjahr zweimal getagt. Im Mittelpunkt der Sitzungen stand besonders im letzten Jahr die aktuelle Geschäftsentwicklung. Daneben gab es auch Diskussionen über die möglichen Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Entwicklungen.

Zudem wurde sich intensiv mit der Investitions- und Personalpolitik, der Qualitätssituation sowie der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und der Unternehmensgruppe auseinandergesetzt. Dabei wurden auch Themen mit negativen Auswirkungen auf das Unternehmen konstruktiv und kritisch diskutiert und geprüft. Auch im Geschäftsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung kontinuierlich unterstützt, indem er im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen die mündlichen und schriftlichen Berichte der Geschäftsführung umfassend geprüft und erörtert hat. Zudem stand der Aufsichtsratsvorsitzende in ständigem Austausch mit der Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat konnte sich dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführungstätigkeit überzeugen. Der Jahresabschluss der MANN+HUMMEL International GmbH & Co. KG sowie der Konzernabschluss und der Lagebericht der Gruppe wurden von Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Flughafenstraße 61, 70629 Stuttgart, geprüft. Sämtliche Dokumente wurden mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat sich mit Jahresabschluss, Gewinnverwendungsvorschlag, Konzernabschluss und Konzernlagebericht intensiv beschäftigt und sich von den Abschlussprüfern umfassend über das Ergebnis ihrer Prüfungen berichten lassen. Der Aufsichtsrat billigt die Ergebnisse der Abschlussprüfung ohne Einwendungen.

Der langjährige Vertreter der Kapitaleigner im Aufsichtsrat, Walter N. Gehl, schied zum 30.04.2020 aus dem Gremium aus. Dr. Klaus Peter Fouquet wurde mit Wirkung zum 01.05.2020 zum neuen Vertreter der Kapitaleigner bestellt. Der Aufsichtsrat würdigt die langjährige verdienstvolle Arbeit von Herrn Gehl für das Unternehmen.

Die Eigentümerfamilien haben vollstes Vertrauen in das Unternehmen auf seinem Weg in die Zukunft. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeitern der MANN+HUMMEL Gruppe, der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretungen für ihre erfolgreichen Anstrengungen im vergangenen Geschäftsjahr.

Ludwigsburg, Juni 2021
MANN+HUMMEL International GmbH & Co. KG

Thomas Fischer
Vorsitzender des Aufsichtsrats