Filter zur Reduzierung der Feinstaubbelastung im Bus- und Bahnverkehr

Ludwigsburg, Berlin, 11. September 2018. Passagiere im öffentlichen Personennahverkehr sind oftmals hoher Feinstaubbelastung und damit Gefahren für ihre Gesundheit ausgesetzt. Der Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL aus Ludwigsburg möchte dem entgegenwirken und hat einen Feinstaubpartikelfilter entwickelt, der sowohl mobil auf Bussen und Bahnen, als auch stationär in U-Bahnhöfen, an Bushaltestellen oder anderen Orten mit hoher Feinstaubbelastung einsetzbar ist. Das Unternehmen zeigt seine Technologien im Rahmen der InnoTrans 2018 in Berlin.

Mobiler Feinstaubpartikelfilter
MANN+HUMMEL hat den mobilen Feinstaubpartikelfilter erstmals im Jahr 2017 zu einem sehr frühen Enwicklungszeitpunkt präsentiert. Im Rahmen seines Projekts „Feinstaubfresser“ haben die Filtrationsexperten die Technologie in Feldtests mit eigenen Versuchsfahrzeugen in Deutschland, Indien und China erprobt. Der Filter erreicht den angestrebten Abscheidegrad von 80 Prozent des Feinstaubs (PM10).

Der Feinstaubpartikelfilter kann zum Beispiel auf dem Dach eines Busses oder einer Bahn angebracht werden. Dort nimmt er Feinstaubpartikel aus der Luft auf. Die verbauten Filterelemente ermöglichen durch ihren besonders niedrigen Strömungswiderstand einen maximalen Volumenstrom und eine hohe Abscheideleistung bei sehr geringem Energiebedarf. Ventilatoren saugen zusätzlich zum Fahrtwind Luft aus der Umgebung an. Somit sind die Fahrzeuge auch im stehenden Betrieb in der Lage, Feinstaub aus der Umgebungsluft heraus zu filtern. Über Sensoren und eine Cloudanbindung können Daten über Luft, Wetter und Filtrationsleistung erfasst und analysiert werden.

Stationärer Feinstaubpartikelfilter
Seit Mitte letzten Jahres erprobt MANN+HUMMEL auch stationäre Filterlösungen. Vor seinem Technologiezentrum in Ludwigsburg hat das Unternehmen hierfür eine Testanlage installiert. Ein neu entwickelter Filter Cube ist vor allem für einen Einsatz an Orten mit hohem Verkehrsaufkommen geeignet. An Bushaltestellen und Bahnhöfen sind Menschen hohen Feinstaubbelastungen ausgesetzt. Der Filter Cube von MANN+HUMMEL kann einen Beitrag zum Schutz von Reisenden leisten.

Ebenfalls ausgerüstet mit Feinstaubpartikelfiltern und Ventilatoren filtert er aktiv Feinstaub aus der Umgebungsluft. Je nach Bedarf werden in Form eines modularen Systems mehrere Filter Cubes übereinander installiert. Zudem entwickelt das Unternehmen Filtrationskonzepte, die sich direkt in Bushaltestellen integrieren lassen oder in Form von Werbetafeln und Informationswänden aufgestellt werden können.

Zu Beginn der kommenden Feinstaubalarm-Saison im Oktober 2018 werden das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart Filter Cubes von MANN+HUMMEL entlang des Stuttgarter Neckartors positionieren. Ziel ist es, durch den Einsatz der Filter die Feinstaubbelastung insbesondere an Tagen mit Feinstaubalarm zu reduzieren. Noch stärker wirken die Filter in geschlossenen oder halb-geschlossenen Umgebungen wie Bushaltestellen und Bahnhöfen. Bei der Entwicklung der Technologie hat MANN+HUMMEL auf seine langjährige Erfahrung in der Filtration von Innenräumen zurückgegriffen.

Weitere Informationen
Etwa 47.000 Menschen in Deutschland sterben nach Schätzungen der WHO jährlich durch Feinstaub. MANN+HUMMEL führt unter dem Titel „Feinstaubfresser“ ein Forschungsprojekt zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in Ballungsräumen durch. Im August 2017 hat ein Feldtest mit einem Versuchsfahrzeug in der Region Stuttgart begonnen bei dem verschiedene Filtertechnologien getestet werden. Eine davon ist der Feinstaubpartikelfilter. Mittlerweile wurde das Projekt auf weitere Fahrzeuge und andere Länder (Indien, China, Korea, Japan) ausgeweitet. Weitere Informationen unter www.feinstaubfresser.de