Den Anfang machten Textilluftfilter aus Ludwigsburg. Heute, nach mehr als sieben Jahrzehnten, sind wir Weltmarktführer für Filtration mit Standorten auf allen Kontinenten. MANN+HUMMEL blickt auf eine bewegte, lange und erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurück.

Im Jahre 1938 sind Adolf Mann und Dr. Erich Hummel Eigentümer der Textilfirma Bleyle in Ludwigsburg. Als der Stuttgarter Kolbenhersteller Mahle ihnen kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Produktion von Motorenfiltern anbietet, greifen sie zu – und legen damit den Grundstein für ihre Firma MANN+HUMMEL.

Die Gründungsjahre: Die Herausforderungen der Nachkriegszeit

Die beiden Gründer MANN+HUMMEL setzen sich ab 1942 für intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ein. Die Not der Nachkriegsjahre macht erfinderisch und erfordert eine Umstellung der Produktion: Statt Filter stehen nun unter anderem Haushaltsartikel und Sanitärarmaturen auf dem Plan. Parallel treibt MANN+HUMMEL das Filtergeschäft trotzdem weiter voran.

Das Ende der 1940er Jahre markiert den Wendepunkt: Die ersten VW Käfer rollen vom Fließband und MANN+HUMMEL produziert für die Fahrzeuge in großen Stückzahlen Filzkegelluftfilter.

Industrielle Großserienfertigung und Internationalisierung

Die 1950er Jahre: Die Einführung der Fließbandproduktion ermöglicht auch für MANN+HUMMEL den Übergang zur industriellen Großserienfertigung. Das anhaltende Wirtschaftswunder und die steigende Nachfrage erfordern den Ausbau der Produktionskapazitäten. Auch die Exportaktivitäten nehmen rasant zu. So reagiert MANN+HUMMEL mit der Gründung internationaler Vertriebsgesellschaften.

Parallel dazu führt die Geschäftsführung umfassende sozialpolitische Maßnahmen innerhalb der Firma ein: Eine Betriebskrankenkasse, Ertragsbeteiligungen, die betriebliche Altersvorsorge oder die Möglichkeit für Mitarbeiter, durch ein Wohnbauprogramm günstig Wohneigentum zu erstehen, machen die Arbeit bei MANN+HUMMEL zusätzlich attraktiv.

Bahnbrechende Innovationen und Expansion

Die Innovationen "made by MANN+HUMMEL" markieren den Weg zum Entwicklungspartner und Erstausrüster für die Automobilindustrie. Die Verbrauchs- und Leistungsoptimierung von Motoren sowie die Vermeidung von Schadstoffemissionen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Der Ludwigsburger Filtrationsexperte setzt bei seinen Produkten vermehrt Kunststoff ein. Das ermöglicht flexiblere Bauformen und Gewichtseinsparungen. Eine weitere bedeutende Innovation ist die Einführung der Schmelzkerntechnik. Sie erlaubt die nahtlose Fertigung von komplexen Saugrohren. In der Folge gehen erste Kunststoffsaugrohre in Serie, parallel läuft die Entwicklung von Ölfiltergehäusen aus Kunststoff – und auch komplexe Modullösungen werden hergestellt. Abseits des Automobilbereichs arbeitet MANN+HUMMEL im Bereich Hydraulik und Flüssigkeitsfiltration.

Seit Mitte der 1990er Jahre spielen die Themen Umweltschutz und Recycling in der Gesellschaft eine immer größere Rolle. Schon früh kommt man bei MANN+HUMMEL den neuen Anforderungen nach und reagiert sowohl bei der Produktion selbst als auch bei der Verwendung der Materialien. 

Stetiges Wachstum in Familienhand

Mit dem Tod von Adolf Mann im Jahre 1971 und Erich Hummel im Jahre 1984 verbleiben die Unternehmensanteile bei den Gründerfamilien. Sie sind über Bevollmächtigte in einer Gesellschafterversammlung vertreten.

Das große Wachstum von MANN+HUMMEL in den letzten drei Jahrzehnten machte organisatorische Änderungen notwendig: Das Filterwerk, die Mann+Hummel GmbH, und die weiteren Gesellschaften werden als Unternehmensgruppe MANN+HUMMEL zusammengefasst, der Geschäftsbereich Industriefiltration wird ausgebaut.

In den 1990er und 2000er Jahren wird die Ausrichtung der MANN+HUMMEL Gruppe auf den Weltmarkt konsequent vorangebracht. Zahlreiche Tochtergesellschaften etablieren sich auf dem europäischen, amerikanischen und asiatischen Markt. Ziel der Internationalisierung waren und sind nicht nur geringe Produktions- und Logistikkosten, sondern auch die Nähe zu den Kunden.

Langfristige Strategie mit "Leadership in Filtration"

2009 wird mit der Vision "Leadership in Filtration" eine langfristige Konzernstrategie entwickelt. Kernpunkte sind neben Qualitäts- und Innovationsführerschaft der weltweite kundennahe Service sowie weiteres Wachstum durch die Akquisition von Filtrationsunternehmen. Dem hat die Unternehmensführung unter anderem mit der größten Akquisition in der Firmengeschichte Rechnung getragen: der Übernahme des Filtrationsgeschäfts der US-amerikanischen Affinia Group. Hierdurch wächst MANN+HUMMEL auf eine Unternehmensgröße von weltweit mehr als 20.000 Mitarbeitern an über 80 Standorten.

Der Firmensitz ist und bleibt in Ludwigsburg bei Stuttgart. Dazu hat sich das Unternehmen mit dem 2016 eröffneten Technologiezentrum bekannt. Mittlerweile hat MANN+HUMMEL sein Portfolio auf zahlreiche Filtrationsfelder ausgeweitet. Eines ist klar: Die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens geht weiter.
 

Mehr als sieben Jahrzehnte Unternehmensgeschichte lassen sich nicht in zwei Sätzen beschreiben. Daher haben wir sie pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum in einer Chronik zusammengefasst – prall gefüllt mit spannenden Geschichten, überraschenden Einblicken und wegweisenden Entscheidungen.

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