Viele Städte weltweit leiden unter einer zu hohen Luftbelastung. Quellen wie Verkehr und Industrie verursachen hohe Konzentrationen von Feinstaub und Stickstoffdioxid. In Deutschland und anderen Ländern wird die Überschreitung von Grenzwerten insbesondere von Stickstoffdioxid immer wieder diskutiert. Vor allem vielbefahrene Straßen sind von hohen Schadstoffwerten betroffen, aber auch in U-Bahnhöfen ist die Belastung durch Feinstaub hoch. Viele Stadtbewohner sind immer wieder mit schlechter Luftqualität konfrontiert.

Wo Feinstaub besonders zur Gefahr wird

  • An Orten mit viel Verkehr oder starken Emissionen aus Schornsteinen bei geringem Luftaustausch, ist die Belastung der Luft besonders hoch. Dies führt nicht nur bei Stickoxiden zu Problemen, sondern auch zu Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte. Kommunen sehen sich der Gefahr von Klagen ausgesetzt.
  • Feinstaubgefährdung ist innerhalb von Städten an bestimmten Stellen besonders relevant. Nämlich dort, wo viele Emissionen auftreten und sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten.  Dies gilt für große Kreuzungen, Bahnhöfe, Bushaltestellen oder Unterführungen. Der Einfluss auf die Gesundheit von Menschen ist hier besonders schädlich.
  • Bei bestimmten Gruppen ist die Gefährdung durch Schadstoffe überdurchschnittlich hoch. Menschen mit Atemwegserkrankungen, ältere Menschen oder Kinder sollten keiner erhöhten Konzentration von Feinstaub oder Stickstoffdioxid ausgesetzt sein.
  • Grundsätzlich ist saubere Luft jedoch eine Frage der Lebensqualität. Überall, wo Menschen lernen, arbeiten, einkaufen oder ihre Freizeit verbringen, wollen wir mit sauberer Luft umgeben sein. Keiner möchte sich dabei Gedanken über Feinstaubgrenzwerte machen.

 

Unser Ansatz

MANN+HUMMEL hat die schlechte Luftqualität an sogenannten Hotspots ins Visier genommen. An Orten mit viel Verkehr oder starken Emissionen aus Schornsteinen und geringem Luftaustausch ist die Belastung der Luft besonders hoch. Halten sich hier regelmäßig Menschen auf - wie an großen Kreuzungen, Bahnhöfen oder Unterführungen - ist der Einfluss auf ihre Gesundheit besonders schädlich. 

Mit der Reinigung von Luft kennt sich MANN+HUMMEL aus. Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen für Filter bekannt, die in Fahrzeugen oder Gebäuden eingesetzt werden. Jetzt übertragen wir unser Filtrations-Knowhow, um die Luftbelastung an Hotspots zu reduzieren. Durch stationäre Filteranlagen wie unseren Filter Cube können wir die Schadstoffbelastung hier reduzieren und zum Gesundheitsschutz von Menschen beitragen. In Form von Filtersäulen können unsere Filter die Konzentration von Feinstaub und Stickstoffdioxid vor Ort senken. Unsere Technologie ist aber genauso in Werbetafeln für Bushaltestellen oder Bahnhöfe integrierbar.

Filter Cube

Der Filter Cube von MANN+HUMMEL bindet über 80 Prozent des NO2 und des Feinstaubs aus der angesaugten Luft. Kern der Technologie ist ein neuentwickelter Kombifilter. Dieser verfügt über eine hochwirksame Filterlage für Partikel und Aktivkohlelagen, die NO2 adsorbieren. Diese hochporösen Aktivkohle-Medien nehmen durch ihre große Oberfläche sehr effektiv NO2 auf. Die Technologie zeichnet sich durch einen besonders geringen Druckverlust aus. Dadurch reinigt sie die Luft effektiv bei sehr geringem Energieeinsatz.

Durch ein modulares System können - je nach Bedarf - mehrere Filter Cubes übereinander zu einer Filtersäule verbaut werden. Eine Filtersäule mit drei Filter Cubes reinigt 14.500 m³ Luft in der Stunde. Über eine Steuerungselektronik lässt sich der Betrieb der Filter bedarfsgerecht einstellen. Damit kann der Anwender optimal auf die aktuelle Luftqualität reagieren. Integrierte Sensoren erfassen Luft- und Wetterdaten, die in einer Cloud zusammengeführt und analysiert werden.

Referenzprojekte

Feinstaubfilter am Stuttgarter Neckartor

  • Das Neckartor in Stuttgart gehört zu den Orten mit der höchsten Feinstaubbelastung in Deutschland. Die dort angesiedelte Messstelle machte in den letzten Jahren immer wieder mit Grenzwertüberschreitungen auf sich aufmerksam. Unterstützt von der Stadt Stuttgart und gefördert durch das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg testet MANN+HUMMEL im Rahmen eines Pilotprojekts den Einsatz von Feinstaubfiltern.
  • Entlang eines etwa 250 Meter langen Straßenabschnitts am Neckartor in Stuttgart installieren die Projektpartner bis Ende 2018 17 Filtersäulen, sogenannte Filter Cubes III von MANN+HUMMEL. Sie beinhalten jeweils drei Feinstaubpartikelfilter und Ventilatoren, die Luft aus der Umgebung anziehen.
  • Die ersten Auswertungen des Pilotprojekts zeigen einen wesentlichen Beitrag der Filter Cubes zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. Sie senken die Partikelkonzentration vor Ort um 10 bis 30 Prozent. Das entspricht 40 Prozent aller Feinstaubpartikel, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden.

FAQs zum Neckartor

Von wem ging die Initiative aus?

MANN+HUMMEL ist auf das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart zugekommen. Das Unternehmen ist Experte für die Filtration von Flüssigkeiten und Luft und hat im letzten Jahr die Technologieplattform „Feinstaubfresser“ entwickelt. Sie umfasst stationäre und mobile Filtrationslösungen, mit denen die Feinstaubbelastung in Städten reduziert werden kann.

Wie funktionieren die Filter Cubes?

In den Filter Cubes sind Feinstaubpartikelfilter und Ventilatoren integriert. Die Ventilatoren ziehen Luft aus der Umgebung an und die Filter fangen Feinstaub aus der Luft auf. Die Ventilatoren werden bedarfsgerecht gesteuert, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Außerdem erfassen integrierte Sensoren Luft- und Wetterdaten.

Wie groß ist eine Filtersäule?

Ein Filter Cube III ist 3,60 Meter hoch. In Form eines modularen Systems sind drei einzelne Filter Cubes übereinander installiert. Diese haben jeweils eine Seitenlänge von knapp einem Meter.

Ist die Wirksamkeit nachgewiesen?

Es handelt sich um ein Testprojekt. Ein unabhängiges Simulationsbüro hat Modellrechnungen für die Wirksamkeit am Neckartor vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gesamtfeinstaubkonzentration reduziert werden kann.

Die ersten Auswertungen des Pilotprojekts zeigen einen wesentlichen Beitrag der Filter Cubes zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. Sie senken die Partikelkonzentration vor Ort um 10 bis 30 Prozent. Das entspricht 40 Prozent aller Feinstaubpartikel, die von vorbeifahrenden Fahrzeugen verursacht werden.

Wie lange läuft das Projekt?

Das Pilotprojekt ist auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt.

Warum gerade am Neckartor?

Das Neckartor ist der Ort mit der höchsten Feinstaubbelastung in Stuttgart.

Ist die Installation von Filteranlagen auch an anderen Ort geplant?

MANN+HUMMEL hat die Filter Cubes vor allem zum Einsatz an Orten mit belasteter Luft entwickelt, an denen sich viele Menschen aufhalten. Sie können einen Beitrag zum Schutz von Passanten leisten. Im Bleyle Quartier in Ludwigsburg sowie vor dem Firmengebäude von MANN+HUMMEL befinden sich bereits Filter Cubes im Einsatz. Im Laufe des Jahres 2019 kommt die Technologie auch an der Ludwigsburger Friedrichstraße zum Einsatz. Hier wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in den letzten Jahren überschritten.

Noch stärker wirken die Filter in geschlossenen oder halb-geschlossenen Umgebungen wie Bushaltestellen und Bahnhöfen.

Drei Filter Cubes II für das Bleyle Quartier

  • Das Bleyle Quartier in Ludwigsburg beherbergt eine Schule, einen Kindergarten, ein Ärztehaus und Unternehmen. Menschen wohnen, arbeiten und lernen hier. In direkter Umgebung befinden sich mit viel befahrenen Straßen und dem Bahnhof viele Feinstaubquellen.
  • Das Bauunternehmen WOLFF & MÜLLER hat das Quartier errichtet. Jetzt möchte es Menschen vor Ort die möglichst beste Luftqualität bieten und setzt auf die neuentwickelten Filter Cubes von MANN+HUMMEL. Das Unternehmen schreibt Nachhaltigkeit groß und baut komplett CO2-neutral. Auch das Thema Feinstaubvermeidung hat für das Unternehmen große Relevanz.
  • Mit den Filter Cubes von MANN+HUMMEL möchte WOLFF & MÜLLER  einen Beitrag zum Schutz der Menschen vor Feinstaub leisten. Seit Oktober 2018 testen beide Unternehmen im Bleyle Quartier drei MANN+HUMMEL Filter Cubes II. Ziel des gemeinsamen Pilotprojekts: die Feinstaubbelastung verringern und die Luftqualität verbessern.

Ansprechpartner

Thomas Michalak
Sales & Business Development Manager - Fine Dust Eater