Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 2025: Stabilität in einem volatilen Umfeld
Das Geschäftsjahr 2025 haben wir mit Umsatzerlösen von 4.214,9 Mio. EUR (Vorjahr: 4.527,5 Mio. EUR) und einem EBIT von 193,6 Mio. EUR (Vorjahr: 230,0 Mio. EUR) abgeschlossen. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds, signifikanter Restrukturierungsaufwendungen und globaler Unsicherheiten blieb die bereinigte operative Marge exakt auf Vorjahresniveau – ein Beleg für unsere operative Stärke und Kostendisziplin.
Kennzahlen
| In Mio. EUR | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 4.215 | 4.528 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) | 194 | 230 |
| in % vom Umsatz | 4,6 | 5,1 |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) | 391 | 427 |
| in % vom Umsatz | 9,3 | 9,4 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und vor Veränderung des den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnenden Nettovermögens | 104 | 150 |
| in % vom Umsatz | 2,5 | 3,3 |
| Konzernergebnis | 22 | -10 |
| in % vom Umsatz | 0,5 | -0,2 |
| Free Cashflow | 289 | 133 |
| in % vom Umsatz | 6,9 | 2,9 |
| Bilanzsumme | 3.865 | 4.155 |
| Sachanlageinvestitionen | 144 | 200 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 163 | 160 |
| Wertschöpfung pro Mitarbeiter (in TEUR) | 103 | 108 |
| Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter | 20.371 | 21.224 |
Hinweis: alle Kennzahlen sind jeweils für sich gerundet. Dies kann bei der Addition und bei der Ermittlung von Prozentsätzen zu geringfügigen Abweichungen führen.
Alle weiterführenden und detaillierten Informationen zu Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entnehmen Sie bitte unserem Annual Report 2025.
Ertragslage
Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse gingen im Berichtsjahr von 4.527,5 Mio. EUR um rund 313 Mio. EUR bzw. -6,9 % auf 4.214,9 Mio. EUR zurück. Bereinigt um negative Währungseffekte von 154,9 Mio. EUR ergibt sich ein organischer Rückgang von -3,5 %. Die ursprüngliche Prognose eines nahezu gleichbleibenden Umsatzniveaus konnte damit nicht erreicht werden. Zwei Faktoren wirkten besonders belastend: Im Geschäftsfeld Life Sciences & Environment wurden von Kundenseite größere Projekte in Asien aufgrund des makroökonomischen Umfelds verschoben. Im Geschäftsfeld Transportation blieben die Volumina – insbesondere auf dem nordamerikanischen Aftermarket-Markt – hinter den Erwartungen zurück. Beide Geschäftsfelder zeigten jedoch trotz fehlender Volumina eine erfreulich stabile operative Profitabilität.
Operatives Ergebnis
Das EBIT von 193,6 Mio. EUR (EBIT-Marge: 4,6 %) enthält Restrukturierungsaufwendungen von 51,1 Mio. EUR (Vorjahr: 14,8 Mio. EUR). Diese resultieren aus Maßnahmen zur Optimierung des globalen Footprints – unter anderem in Spanien und Deutschland –, die die Produktions- und Standortstruktur effizienter aufstellen und die Grundlage für eine nachhaltige Ergebnisentwicklung stärken sollen. Bereinigt um diese und weitere Sondereffekte von insgesamt 50,0 Mio. EUR (Vorjahr: 33,8 Mio. EUR) ergibt sich ein operatives bereinigtes Ergebnis von 243,6 Mio. EUR und eine bereinigte EBIT-Marge von 5,8 % – exakt auf Vorjahresniveau (5,8 %) und damit oberhalb der ausgegebenen Prognose eines mittleren einstelligen Bereichs. Dass die Marge trotz rückläufiger Umsätze gehalten werden konnte, ist auf eine deutlich verbesserte operative Effizienz, konsequentes Kostenmanagement und einen optimierten Produktmix zurückzuführen.
Das EBITDA lag bei 391 Mio. EUR (Vorjahr: 427 Mio. EUR), entsprechend einer EBITDA-Marge von 9,3 % (Vorjahr: 9,4 %). Das Konzernergebnis drehte ins Positive: Nach einem Verlust von -10 Mio. EUR im Vorjahr erzielte MANN+HUMMEL 2025 ein Konzernergebnis von +22 Mio. EUR.
Forschung und Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen leicht auf 130,2 Mio. EUR (Vorjahr: 128,3 Mio. EUR) und entsprechen 3,1 % des Umsatzes (Vorjahr: 2,8 %). Wir investieren damit weiterhin konsequent in neue Technologien – insbesondere in den Bereichen Elektromobilität, nachhaltige Filtrationslösungen sowie das neue Geschäftsfeld Filtration Materials. Über 100 Prioritätspatentanmeldungen wurden im Berichtsjahr eingereicht; mehr als die Hälfte betrifft Anwendungen jenseits der Verbrennertechnologie.
Rentabilität des eingesetzten Kapitals
Als wesentliche Konzernsteuerungsgröße neben dem EBIT dient der ROCE (Return on Capital Employed). Er verschlechterte sich im Berichtsjahr auf 10,3 % (Vorjahr: 11,7 %), beeinflusst durch die beschriebenen Sondereffekte. Auf bereinigter Basis verbleibt der ROCE mit 12,7 % exakt auf Vorjahresniveau (12,7 %) – und damit im Einklang mit der prognostizierten Zielspanne von 12 % bis 13 %. Diese Kennzahl unterstreicht die nachhaltige Rentabilität des eingesetzten Kapitals trotz eines volatilen Marktumfelds.
Finanzlage
Free Cashflow und Liquidität
Die vielleicht stärkste Botschaft des Jahres kommt aus der Finanzlage: Der Free Cashflow verbesserte sich auf 289,2 Mio. EUR – nahezu das Doppelte des Vorjahreswerts von 133 Mio. EUR – und entspricht 6,9 % des Umsatzes (Vorjahr: 2,9 %). Diese deutliche Verbesserung spiegelt die gestärkte Liquiditätsdisziplin, den Rückgang bei den Sachanlageinvestitionen sowie Fortschritte im Working-Capital-Management wider. Wir waren im gesamten Berichtsjahr jederzeit in der Lage, unsere finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.
Zinsen, Finanzergebnis und Steuern
Das Finanzergebnis verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Mio. EUR auf einen Nettoaufwand von 89,8 Mio. EUR (Vorjahr: 80,0 Mio. EUR). Das Nettozinsergebnis hingegen verbesserte sich leicht um 1,1 Mio. EUR auf einen Nettoaufwand von 52,6 Mio. EUR. Positiv wirkte die Entwicklung des Wertpapierportfolios, aus der ein Ertrag von 18,8 Mio. EUR realisiert werden konnte. Negativ wirkten hingegen Effekte aus der Hyperinflation in der Türkei und Argentinien, die das Finanzergebnis mit 4,8 Mio. EUR belasteten – allerdings fiel dieser Betrag deutlich geringer aus als im Vorjahr (14,7 Mio. EUR).
Der Gesamtsteueraufwand stieg von 83,1 Mio. EUR auf 99,8 Mio. EUR. Ursächlich dafür sind zum einen Gesellschaften, bei denen steuerliche Verlustvorträge nicht aktiviert werden konnten, und zum anderen positive Ergebnisse in Ländern mit vergleichsweise hohen Steuersätzen.
Vermögenslage
Bilanzsumme und Investitionen
Die Bilanzsumme sank auf 3.865,3 Mio. EUR (Vorjahr: 4.155,4 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf die Reduzierung der Sachanlagen sowie den Rückgang des Umlaufvermögens zurückzuführen ist. Die Sachanlageinvestitionen wurden auf 146,6 Mio. EUR (Vorjahr: 202,1 Mio. EUR) zurückgeführt – ein bewusster Schritt zur Stärkung des Free Cashflows bei gleichzeitiger strategischer Fokussierung der Kapitalallokation. Die Abschreibungen auf Sachanlagen lagen mit 163 Mio. EUR leicht über dem Investitionsvolumen (Vorjahr: 160 Mio. EUR), ein Verhältnis, das den aktuellen Investitionszyklus widerspiegelt.
Mitarbeitende und Wertschöpfung
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden sank im Berichtsjahr auf 20.371 (Vorjahr: 21.224), bedingt durch die Restrukturierungsmaßnahmen. Die Wertschöpfung je Mitarbeiter lag bei 103 TEUR (Vorjahr: 108 TEUR). MANN+HUMMEL beschäftigt Menschen aus 102 Nationalitäten an 89 konsolidierten Standorten in 38 Ländern auf 6 Kontinenten.
Entwicklung der Muttergesellschaft
Die MANN+HUMMEL International GmbH & Co. KG, Ludwigsburg, als oberste Konzerngesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von 52,3 Mio. EUR (Vorjahr: 53,8 Mio. EUR), die primär aus konzerninternen Dienstleistungsverrechnungen resultieren. Über Ergebnisabführungsverträge mit ihren Konzerntochtergesellschaften erzielte die Gesellschaft Gewinne von 115,9 Mio. EUR (Vorjahr: 70,3 Mio. EUR).
Das EBIT der Muttergesellschaft stieg deutlich auf 118,1 Mio. EUR (Vorjahr: 72,4 Mio. EUR), wesentlich getrieben durch die höhere Ergebnisabführung der MANN+HUMMEL European Holding GmbH. Der Jahresüberschuss belief sich auf 125,2 Mio. EUR (Vorjahr: 77,8 Mio. EUR). Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 756,7 Mio. EUR (Vorjahr: 653,8 Mio. EUR) – gestärkt durch den Anstieg der Sonderrücklagen auf 450,0 Mio. EUR –, das Eigenkapital auf 716,1 Mio. EUR (Vorjahr: 613,1 Mio. EUR). Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, alle finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet MANN+HUMMEL für die Muttergesellschaft einen steigenden Umsatz und ein steigendes EBIT im Bereich von +12 % bis +16 % gegenüber dem Vorjahr1.
1 Einschätzung basiert auf den zum Zeitpunkt der Berichtserstellung bekannten Informationen und unterliegt den allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Da die Risikosteuerung der Gesellschaft im Rahmen des gruppenweiten Risikomanagementsystems erfolgt, wird hinsichtlich der wesentlichen Chancen und Risiken auf den Chancen- und Risikobericht des Konzerns im Annual Report 2025 verwiesen.
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