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Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen: Ein Jahr der Anpassung

Im Jahr 2025 festigte sich das globale Wirtschaftswachstum auf einem moderaten Niveau, während sich das wirtschaftspolitische Umfeld durch eine Verschärfung protektionistischer Tendenzen und eine Neuordnung der Handelsbeziehungen deutlich veränderte. Das globale BIP-Wachstum lag laut aktuellen Schätzungen bei rund 3,2 % auf Basis von Kaufkraftparitäten1,2. Die Regionen zeigten jedoch deutlich unterschiedliche Wachstumsraten.

Die weltweit rückläufige Inflation3 ermöglichte es den großen Zentralbanken Fed4 und EZB5, ihren im Jahr 2024 begonnenen Zinssenkungszyklus fortzusetzen. Dies entlastete die Investitionsbedingungen, wenngleich die restriktive Fiskalpolitik vieler Staaten – bedingt durch den Abbau von Ausnahmen von der Schuldenbremse und von Subventionsprogrammen – dämpfend wirkte.

Weltwirtschaftliche Entwicklung 2025

RegionBIP-Wachstum 2025Besonderheiten
Global~3,2%Moderates Wachstum, zunehmender Protektionismus
Euroraum~1,3%Unterdurchschnittlich; Deutschland +0,3%
USA~2,0%Überdurchschnittlich; neue Handelszölle gegen Jahresende
China~5,0%Staatliche Stimuluspakete; Immobilienkrise mühsam stabilisiert
Indien~6,7%Globaler Spitzenreiter; Infrastrukturinvestitionen & wachsende Mittelschicht
Afrika~3,7%Leicht über globalem Durchschnitt

Der Euroraum verzeichnete ein leicht verbessertes, aber weiterhin unterdurchschnittliches Wachstum von etwa 1,3 %6. Besonders die deutsche Industrie litt unter hohen Energiekosten und dem Transformationsdruck – mit einem marginalen Wachstum von 0,3 % konnte eine längere Rezession knapp vermieden werden. Positive Impulse kamen primär aus den südeuropäischen Ländern und dem Dienstleistungssektor, während die politische Unsicherheit in Kernländern die Investitionsneigung bremste.

Die US-Wirtschaft bewies erneut eine überdurchschnittliche Dynamik und erzielte ein BIP-Wachstum von ca. 2 %. Während der private Konsum stabil blieb, sorgten Ankündigungen neuer Handelszölle und eine Neuausrichtung der Industriepolitik („America First 2.0") gegen Ende des Jahres für Volatilität an den Märkten – stützten aber kurzfristig die heimische Produktion.

Trotz staatlicher Stimuluspakete kühlte sich das Wachstum in China auf ca. 5 % ab. Die Krise am Immobilienmarkt konnte nur mühsam stabilisiert werden. Zudem belasteten zunehmende Exportbeschränkungen des Westens im Hightech-Sektor und eine schwache Binnennachfrage die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.7

Afrika lag mit einem Wachstum von prognostizierten 3,7 % leicht über dem globalen Durchschnitt8.

Indien war mit einem Wachstum von ca. 6,7 % weiterhin der globale Spitzenreiter unter den Großmächten, getrieben durch massive Infrastrukturinvestitionen und eine wachsende Mittelschicht.

Der Welthandel blieb von einer zunehmenden Fragmentierung in Handelsblöcke geprägt. Die Industrieproduktion stabilisierte sich, wobei sich ein klarer Fokus auf grüne Technologien und KI-Hardware abzeichnete. Die Rohstoffpreise zeigten 2025 eine zweigeteilte Entwicklung: Während die Energiepreise (Öl und Gas) trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten aufgrund eines höheren Angebots moderat blieben, stiegen die Preise für Industriemetalle (Kupfer, Lithium) infolge der globalen Elektrifizierungsbemühungen im zweiten Halbjahr wieder an9.

Ende 2025 blickt die Weltwirtschaft auf ein Jahr der Anpassung zurück. Das globale BIP-Wachstum lag bei moderaten ~3,2 %. Die Zinswende hat die befürchtete tiefe Rezession verhindert, doch der zunehmende Protektionismus und die geopolitische Rivalität zwischen den USA und China stellen die globalen Lieferketten vor dauerhafte Herausforderungen.

Transportation: Branchenentwicklung

Pkw-Markt

Im Jahr 2025 verzeichnete der weltweite Pkw-Markt ein geringes Wachstum, getrieben von Nachholeffekten, einer stabilen Verbraucherstimmung in den USA und einer anhaltend hohen Nachfrage in China und Indien. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines nachlassenden Wirtschaftswachstums blieben Elektromobilität und Digitalisierung die treibenden Kräfte des Automobilmarkts. Global lag der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge (BEV + PHEV) bei etwa 25 % der Neuzulassungen – mit steigender Tendenz1.

  • Europa (EU, EFTA, UK): Neuzulassungen knapp 13,3 Mio. Pkw (+2 % gegenüber 2024). Deutschland +1 %, Frankreich -5 %, Italien -2 %, Spanien +13 %, Vereinigtes Königreich +3 %. Osteuropa wuchs überdurchschnittlich mit +7 %2.
  • USA: Neuzulassungen von Light Vehicles stiegen um +2,4 % auf 16,2 Mio. Fahrzeuge3, unterstützt durch sinkende Inflationsraten und stabile Reallöhne. Brasilien (+1,6 %) und Mexiko (+2 %)4 wuchsen in ähnlicher Größenordnung.
  • China: Wachstum um +4 % auf 23,9 Mio. Pkw, getragen durch starke EV-Verkäufe (+16 %), unterstützt von verlängerten Förderprämien. Die chinesischen Produktionszahlen stiegen auf ein Rekordniveau von 29,9 Mio. Pkw (+10 % gegenüber 2024)5.

Nutzfahrzeuge

Das Jahr 2025 gestaltete sich für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt (EU, EFTA & UK) deutlich schwieriger als das Vorjahr. Der Markt für leichte Nutzfahrzeuge verzeichnete einen Rückgang der Neuzulassungen um 9 %, wobei die vier größten Märkte Vereinigtes Königreich (-11 %), Frankreich (-6 %), Deutschland (-5 %) und Italien (-5 %) zu diesem Abschwung beitrugen. Spanien bildete mit einem Plus von 12 % eine Ausnahme1.

Auch der Markt für schwere Lkw gab nach: Neuzulassungen für Trucks über 16 Tonnen sanken um 6 % auf 298.000 Fahrzeuge. Mittelschwere Nfz (3,5–16 Tonnen) waren dagegen stabil (+1 % auf 73.494 Einheiten). Der deutsche Markt für schwere Nutzfahrzeuge über 16 Tonnen war 12 % schwächer als im Vorjahr2 – ein Niveau vergleichbar mit dem Pandemiejahr 2020.

Ein europäischer Gegentrend zeigte sich bei der Elektromobilität: Elektrisch aufladbare Transporter erreichten einen Marktanteil von 11,2 % (Vorjahr: 6,1 %), elektrisch aufladbare Trucks über 3,5 Tonnen kamen auf 4,2 % (Vorjahr: 2,3 %). Haupttreiber dieser Entwicklung waren die Niederlande, Deutschland und Frankreich, die zusammen rund zwei Drittel des EU-Markts für elektrische Lkw ausmachten3.

In den USA verloren Nutzfahrzeuge (über 16 Tonnen) 13 % zum Vorjahr. In Brasilien schrumpfte der Nfz-Markt um 11 %, während China ein deutliches Plus von 27 % bei schweren Nutzfahrzeugen verzeichnete. Indien wuchs um +8 % auf 357.740 Fahrzeuge (über 6 Tonnen)4.

VDA-Konjunkturbarometer, Jan. 2026

2 VDA-Konjunkturbarometer, Jan. 2026

3 New commercial vehicle registrations: vans -8.8%, trucks -6.2%, buses +7.5% in 2025 - ACEA - European Automobile Manufacturers' Association

4 VDA-Konjunkturbarometer, Jan. 2026

Life Sciences & Environment: Branchenentwicklung

Luftfiltration

Die Märkte für Luftreinigung blieben segmentiert, haben insgesamt jedoch weiter an Volumen gewonnen. Das globale Marktvolumen wird für 2025 auf 18,1 Milliarden USD geschätzt. Analysten prognostizieren eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 6,4 % bis 20331.

Im Berichtsjahr veröffentlichte ASHRAE (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers) eine aktualisierte Normfassung für Gewerbe- und Wohngebäude. Mit ANSI/ASHRAE 62.1-2025 wurde der Standard für Lüftung und akzeptable Raumluftqualität in gewerblich genutzten Gebäuden neu gefasst. Er verfeinert und erweitert die Anforderungen an die Feuchtigkeitskontrolle, führt neue Anforderungen an Notlüftungssteuerungen ein und bietet neue Berechnungsmethoden2.

Chinas Wirtschaft war 2025 stabil bei einem Wachstum von 5 %3. Investitionen in „Megaprojekte" bei Bildschirmherstellern, bei deren Produktionsreinräumen häufig Luftfiltrationslösungen zum Einsatz kommen, verlangsamten sich, da die Technologie voranschreitet und weniger Kapazitäten und Fertigungsstätten in dem Segment benötigt werden4. Auf der anderen Seite führten Handelskriege zu Produktionsausweitungen in Segmenten wie Elektroautos, Halbleitern, Batterien und Solarenergie – mit globalen Überkapazitäten und einem härteren Wettbewerb als Folge.

Wasserfiltration

Die vier strategischen Kernthemen des Marktes – Klimaresilienz, Schadstoffbekämpfung, nachhaltiger Wasserverbrauch und gleichberechtigter Wasserzugang – sind 2025 weiter in den Vordergrund gerückt.

Das globale Investitionsvolumen in Wasser- und Abwassermanagement wächst. Der gesamte Markt für Wasser- und Abwasserbehandlung wird für 2025 auf rund 372 Milliarden USD geschätzt und soll bis 2034 auf knapp 714 Milliarden USD anwachsen – was einer jährlichen Wachstumsrate von 7,5 % entspricht1. OECD und Weltbank beziffern den globalen Investitionsbedarf bis 2030 auf 6,7 Billionen USD, der bis 2050 auf bis zu 22 Billionen USD steigen könnte2.

Ein zentrales regulatorisches Thema des Berichtsjahres waren PFAS – die sogenannten „Ewigkeitschemikalien". Die US-Umweltbehörde EPA verschob im Mai 2025 die Umsetzungsfristen für die nationalen PFAS-Trinkwassergrenzwerte für PFOS und PFOA um zwei Jahre auf 2031. Andere US-gesetzliche Regelungen zur Begrenzung der PFAS-Verwendung bleiben jedoch in Kraft3.

Im Membranmarkt hat die Konsolidierung der Wachstumsdynamik weiter zugenommen. Der globale Membranfiltrationsmarkt wird für 2025 auf 19,2 Milliarden USD geschätzt, mit einem prognostizierten CAGR von 6,7 % bis 20354. Dabei entfallen auf Umkehrosmose (RO/Hochdruck) rund 32–33 % des Marktvolumens, während Mikro- und Ultrafiltration (MF/UF/Niederdruck) zusammen etwa 45 % ausmachen. Der spezifische Markt für Wasseraufbereitungsmembranen belief sich 2025 auf 9,7 Milliarden USD und soll bis 2034 auf über 20,6 Milliarden USD anwachsen – was einem CAGR von 8,75 % entspricht5. Die Region Nahost/Afrika zählt weiterhin zu den wachstumsstärksten Regionen im Membranmarkt, angetrieben durch die Meerwasserentsalzung und staatliche Wasserinfrastrukturprogramme6.

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