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Gefiltert nach Saubere Luft Sauberes Wasser

Rechenzentren und Luftfiltration: Warum die Luftqualität über die Zuverlässigkeit Ihrer Kühlung entscheidet

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Für Facility-Manager und IT-Verantwortliche ist Luftfiltration längst mehr als die gebäudetechnische Pflichterfüllung. Sie entscheidet über die Energieeffizienz, die physische Sicherheit der kritischen Infrastruktur und die Lebensdauer teurer Hardware – und ist damit ein strategischer Hebel, der in vielen Betrieben noch unterschätzt wird. Die verfügbaren Kühltechnologien für Rechenzentren – von klassischer Luftkühlung über adiabatische Systeme bis hin zur Flüssigkühlung in Form von Direct-to-Chip und Immersionskühlung – unterscheiden sich grundlegend in ihren Anforderungen an die Luft- und Wasserqualität. Eines haben sie gemeinsam: Ohne eine durchdachte Filtrationsstrategie arbeitet keine von ihnen auf dem Niveau, das eine missionskritische Infrastruktur in Zeiten von Big Data und KI verlangt. Wir sind dabei in einer einzigartigen Position: Als einer der wenigen Anbieter weltweit liefern wir Filtrationslösungen für Luftkühlung und Flüssigkühlung aus einer Hand – ein Vorteil, den Rechenzentrumsbetreiber im Zuge ihrer Lieferantenkonsolidierung zunehmend aktiv nutzen.

Warum die Kühlung in Rechenzentren ein Filtrationsthema ist

Rechenzentren gehören zu den energieintensivsten Infrastrukturen der modernen Wirtschaft. Die Internationale Energieagentur (IEA) bezifferte den globalen Stromverbrauch der Branche für 2024 auf rund 415 Terawattstunden1 – mit einer Projektion auf bis zu 945 Terawattstunden bis 2030. Der Haupttreiber ist nicht die Rechentechnik selbst: Server-Kühlsysteme beanspruchen je nach Anlage 30 bis 60 Prozent2 des gesamten Facility-Energieverbrauchs. Der durchschnittliche PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) der Branche liegt bei 1,571 – führende Betreiber erreichen Werte unter 1,21. Neben Energieverfügbarkeit und Standortwahl gilt Kühlung heute als der dritte entscheidende Erfolgsfaktor beim Aufbau und Betrieb von Rechenzentren – und ist damit längst eine strategische Kerndisziplin und keine infrastrukturelle Nebenfrage mehr.

Gleichzeitig steigen die thermischen Anforderungen rasant. Die Kühlung von Hochdichte-Rechenzentren ist heute keine Ausnahme mehr, sondern Normalzustand: Während konventionelle Racks mit fünf bis zehn Kilowatt Verlustleistung arbeiten, verzeichnen KI-beschleunigte Systeme Werte von 30 bis über 100 Kilowatt pro Rack3. Die durchschnittliche globale Rack-Dichte hat sich zwischen 2020 und 2023 von acht auf 17 Kilowatt3 verdoppelt – ein zentraler Trend in der Rechenzentrumskühlung, der die gesamte Infrastrukturplanung verändert.

Was in dieser Debatte noch zu selten diskutiert wird: Die Qualität der Luft, die durch Klimatisierungssysteme eines Rechenzentrums fließt, ist genauso entscheidend wie deren technische Dimensionierung. Staubablagerungen auf Wärmetauschern und Kühlspulen reduzieren den Wärmetransfer und verschlechtern den PUE. Korrosive Schadgase im Rechenzentrum – wie beispielsweise Schwefelverbindungen, Stickoxide oder Chlorverbindungen – greifen elektronische Komponenten an. Hardware-Zuverlässigkeit durch Staubschutz und Korrosionsschutz im Serverraum sind damit keine optionalen Features, sondern Grundvoraussetzungen für zuverlässige Uptime.

Denn: Überschreiten Prozessoren und GPUs ihre maximal zulässige Betriebstemperatur, greifen moderne Chips automatisch auf Thermal Throttling zurück – sie reduzieren ihre Taktrate, um Schäden zu verhindern. Das bedeutet messbar weniger Rechenleistung zu denselben Betriebskosten. Anhaltende Überhitzung durch unzureichende Kühlung oder verstopfte Filtermedien beschleunigt zudem die Alterung elektronischer Bauteile und verkürzt die Gerätelebensdauer nachweislich um bis zu zwei bis vier Jahre.

Bei Rechenzentren mit Doppelbodensystemen kommt ein weiteres, oft unterschätztes Kontaminationsrisiko dazu: Zinkbeschichtete Stahl-Bodenplatten können unter mechanischer Belastung mikroskopisch feine Zinc Whiskers – also nadelförmige Zinkfasern – freisetzen. Diese werden vom Luftstrom aufgenommen, gelangen in Server-Racks und können elektrische Kurzschlüsse auf Leiterplatten verursachen. Zinc-Whiskers-Prävention beginnt deshalb an der Filtration: Hocheffiziente Partikelfilter im Rechenzentrum halten auch diese feinen metallischen Fasern zurück, bevor sie sensible Elektronik erreichen.

Luftfiltration ist somit ein integraler Bestandteil jeder umweltfreundlicheren Rechenzentrumskühlung und reduziert gleichzeitig die Betriebskosten messbar.

Die Einhaltung des Reinraumstandards ISO 14644-1Class 8 ist dabei der von der US-Richtlinie ASHRAE TC 9.9 empfohlene Mindestwert dieser Cleanroom Standards für Rechenzentren – setzt eine funktionierende, mehrstufige Filtrationsstrategie voraus.

Heizung, Lüftung und Klima in Rechenzentren: Kühlsysteme und die Rolle der Luftfiltration

Die Klimatisierung von Serverräumen und Rechenzentren folgt in professionellen Umgebungen einem bewährten mehrschichtigen Prinzip: Häufig kommen präzise Kühlsysteme wie CRAC‑Geräte (Computer Room Air Conditioner) und CRAH‑Geräte (Computer Room Air Handler) zum Einsatz, die je nach Konzept mit zentralen Kälteerzeugern oder Air‑Handling‑Units (AHU) zusammenspielen. Die AHU konditioniert die Außen- oder Umluft, filtert Schadstoffe heraus und versorgt den Data Hall mit gekühlter Zuluft. CRAC-Einheiten arbeiten mit Direktexpansionskühlung und regulieren Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit lokal. CRAH-Einheiten nutzen Kaltwasserspulen in Kombination mit drehzahlgeregelter EC-Ventilatorentechnologie – eine skalierbarere und energieeffizientere Lösung für hochdichte Umgebungen. ​

In jedem dieser Systeme ist die Filterkette entscheidend. Unzureichend gefilterte Luft führt zu Staubablagerungen auf Kühlspulen – ein schleichender Prozess, der die Wärmeübertragung reduziert und Lüfter zwingt, gegen erhöhten Widerstand zu arbeiten. Korrosive Gase bilden Sulfid-Korrosions-Whisker auf Leiterplatten – mikroskopische Metallfortsätze, die Kurzschlüsse auslösen. Die Folgen reichen von Prozessor- und Festplattenausfällen über Garantieverluste bis hin zu elektrischen Bränden im USV-Bereich (Unterbrechungsfreie Stromversorgung). ​

Die ISA-Norm 71.04-2013 klassifiziert Korrosivitätsumgebungen in vier Stufen: von G1 (mild) bis GX (extrem). ASHRAE TC 9.9 empfiehlt ISO 14644-1 Class 8 als Mindeststandard. Für die Filterauslegung gilt: MERV-8-Filter für Umluft, MERV 11 bis 13 für Außenzuluft ohne Economizer. Bei freier Kühlung im Rechenzentrum mit Air-Side-Economizern steigen die Anforderungen deutlich – da unkonditionierte Außenluft direkt in die Anlage gelangt, sind spezifische Partikelfilter und individuelle Standortkonfigurationen zwingend erforderlich.

Die Differenzdrucküberwachung der Klimaanlage ermöglicht dabei eine proaktive Wartungsstrategie: Eine steigende Druckdifferenz über Filterstufen signalisiert Kolmatierung frühzeitig und verhindert unkontrollierte Bypassströmungen, bevor sie die Kühlleistung beeinträchtigen.

Lösungen für Rechenzentren von MANN+HUMMEL Air Filtration

Unser Portfolio bietet Ihnen Luftfiltration für sichere Rechenzentren. Mit MANN+HUMMEL Air Filtration setzen Sie auf Filterlösungen aus einer Hand, für jeden Einsatzzweck:

Vorfilter sind die erste aktive Filterstufe innerhalb der AHU und übernehmen eine doppelte Funktion: Sie halten grobe Partikel, Grobstaub und Fasern aus dem Luftstrom heraus und schützen gleichzeitig alle nachgelagerten Filterstufen vor vorzeitiger Beladung. Indem sie den größten Teil der partikulären Last bereits im ersten Schritt abfangen, verlängern sie die Standzeiten der kostenintensiveren Fein- und Endfilter erheblich – ein wesentlicher Hebel für die Senkung der Betriebskosten. Die in Rechenzentren eingesetzten Vorfilter müssen besonderen mechanischen Anforderungen standhalten: Stahldrahtgitter als Mediumsstütze sorgen für Formstabilität auch bei hohen Luftgeschwindigkeiten und Druckspitzen, während feuchtigkeitsresistente Rahmen den Einsatz in Außenlufteinlässen und adiabatischen Kühlsystemen ermöglichen. Effizienzstufen von MERV 9A bis MERV 10A stellen dabei sicher, dass bereits die Vorfiltration die Anforderungen nach ASHRAE TC 9.9 für die Grundreinigung der Zuluft unterstützt. Besondere Bedeutung kommt der selbstdichtenden Konstruktion zu: Sie verhindert Bypass-Luftströmungen um das Filtermedium herum, die die tatsächliche Abscheideleistung auch bei nominell korrekter Filtereffizienz erheblich reduzieren können.2

  • Prime9 XT
  • Prime10 WL
  • Tri-Dek® Cubes

Während Partikelfilter sichtbare und messbare Schwebstoffe aus der Luft abscheiden, bekämpfen molekulare Vorfilter die unsichtbare Bedrohung: gasförmige Schadstoffe wie Schwefelverbindungen, Stickoxide, Chlorverbindungen und organische Dämpfe, die konventionelle Filtermedien ungehindert passieren und an metallischen Verbindungen auf Leiterplatten Korrosion verursachen. Diese Filterklasse kombiniert in einem einzigen Filtermedium sowohl partikuläre als auch molekulare Filtration – durch eine hybride Medienkonstruktion aus imprägnierten Aktivkohleschichten und Faserfiltration, die in einem Arbeitsschritt beide Schadstoffgruppen erfasst. Der Einsatz erfolgt strategisch innerhalb der AHU-Filterkette, typischerweise als vorgelagerte Schutzschicht vor den Hocheffizienzfiltern oder als eigenständige Stufe in Anlagen mit nachgewiesener Gasbelastung der Zuluft – klassifiziert nach ISA-71.04-2013 ab Korrosivitätsklasse G2. Unterschiedliche Kohlebeladungen, Carbon-Mischungen und Gehäusegeometrien – von kompakten Flachfiltern über Plissee-Konfigurationen bis hin zu V-Bank-Bauformen mit bis zu elf Kilogramm Aktivkohle pro Filter – erlauben eine exakte Abstimmung auf das standortspezifische Gasschadstoffprofil. Dass diese Filterstufe in vielen Rechenzentren noch fehlt, ist ein unterschätztes Risiko: Selbst an vermeintlich sauberen urbanen Standorten können saisonale Schadgasspitzen oder industrielle Emissionen aus der Umgebung innerhalb weniger Monate eine messbare Korrosionsbelastung im Inneren der Anlage aufbauen.2

  • MC Prime Serie
  • MC TL Serie
  • MC VB4 15
  • MC VB4 HC

In Rechenzentren ist die Feinpartikelfiltration die entscheidende Barriere zwischen der Außenluft und empfindlicher Server-Hardware. Hocheffiziente Partikelfilter übernehmen diese Schlüsselfunktion innerhalb der AHU: Sie scheiden feine Aerosole, Staubpartikel und mikrobiologische Schwebstoffe ab, die andernfalls auf Kühlspulen oder Leiterplatten sedimentieren und dort die Leistung dauerhaft beeinträchtigen würden. Die in dieser Kategorie eingesetzten Filtermedien – von Mikroglas bis zu Hochleistungs-Synthetikfasern – sind auf niedrigen Druckabfall bei hoher Abscheideeffizienz ausgelegt, was sich direkt auf den Energieverbrauch der Ventilatoren und damit auf den PUE der gesamten Anlage auswirkt. Effizienzstufen von MERV 11 bis MERV 16A decken dabei unterschiedliche Anforderungsprofile ab – von standardisierten Büro-Rechenzentren bis hin zu kritischen Hyperscale- und KI-Infrastrukturen. Besonders in Hochdichte-Umgebungen, wo jede Einschränkung des Luftstroms sofort zu Hotspots führt, bieten diese Filter durch ihr Tapered Pocket oder Mini-Pleat-Design eine maximale Staubaufnahmekapazität bei konstant niedrigem Widerstand über die gesamte Betriebsdauer.2

  • ProPocket DC Elite
  • ProPocket Hybrid
  • ProPocket Nano+
  • Thin Line Serie
  • Thin Line Ultra Max Frameless

Endfilter bilden die letzte Filterstufe vor dem Eintritt der Zuluft in den Data Hall und damit die abschließende Schutzbarriere für Server-Racks und IT-Hardware. Sie kommen typischerweise in V-Bank-Bauform zum Einsatz, deren große Filtermediumsfläche einen besonders niedrigen Druckverlust ermöglicht – ein entscheidender Vorteil in Anlagen mit variablem Luftvolumen (VAV-Systemen), bei denen Druckschwankungen die Filtrationswirkung anderer Filtertypen beeinträchtigen können. Die Rahmen dieser Filterklasse bestehen aus hochschlagfestem Polystyrol (HIPS) ohne metallische Komponenten, was sie am Ende ihrer Betriebsdauer vollständig inzinierierbar macht und damit einen messbaren Beitrag zur Reduzierung des Deponieabfalls leistet. Verfügbar in Effizienzstufen von MERV 11 bis MERV 16, kombinieren Endfilter hohe Staubaufnahmekapazität mit langen Serviceintervallen – beides wesentliche Faktoren für einen niedrigen Total Cost of Ownership in missionskritischen Betriebsumgebungen. Durch aerodynamisch optimierte Vertikalstützen im Filterrahmen wird zusätzlich die Lufteinlassverwirbelung minimiert, was die Gleichmäßigkeit des Luftstroms über das gesamte Filterpaket verbessert.2

  • VB4 Elite
  • VB4 Ultra
  • VB2 Elite
  • VB2 Ultra

Flüssigkühlung im Rechenzentrum: Was sich ändert

Kurzfristig bleibt Luftkühlung die dominierende Technologie in Rechenzentren – mittel- bis langfristig wird Flüssigkühlung zur wichtigsten Kühlform avancieren. Dieser Wandel vollzieht sich bereits heute in Hyperscale- und KI-Rechenzentren weltweit. Der Übergang zu KI-intensiven Workloads macht konventionelle Luftkühlung in hochdichten Umgebungen zunehmend unwirtschaftlich. Flüssigkeitsgekühlte Server mit Direct-to-Chip-Kühlung und Rear-Door-Wärmetauschern gewinnen ebenso an Bedeutung wie Immersion-Cooling-Systeme, bei denen Hardware vollständig in dielektrische Flüssigkeiten eingetaucht wird.

Direct-to-Chip-Kühlung: Präzisionskühlung für KI-Beschleuniger

Bei der Direct-to-Chip-Kühlung (DLC) wird Kühlwasser über Kältekörper – sogenannte Cold Plates – direkt auf die Oberfläche von Prozessoren, GPUs und anderen wärmekritischen Komponenten geleitet. Im Unterschied zur Immersionskühlung, bei der die gesamte Hardware in ein Fluid eingetaucht wird, bleibt bei DLC die Serverstruktur weitgehend konventionell – die Kühlung wirkt gezielt dort, wo die höchste Verlustleistung entsteht. Das macht DLC besonders attraktiv für den Retrofit bestehender Rechenzentren: Die Infrastruktur muss nicht vollständig umgebaut werden, um Hochleistungskomponenten thermisch beherrschbar zu machen.

DLC-Systeme arbeiten typischerweise mit Wasser-Glykol-Gemischen oder vollentsalztem Wasser als Kühlmedium. Die Wasserqualität ist dabei kritisch: Partikelverunreinigungen setzen sich in den engen Mikrokanälen der Cold Plates ab und reduzieren den Wärmeübergang messbar – bereits Partikel im Bereich weniger Mikrometer können zu lokalen Strömungsblockaden führen. Eine erhöhte elektrische Leitfähigkeit des Kühlwassers birgt zudem das Risiko von Kriechströmen an spannungsführenden Komponenten. Kühlmittelpartikelfilter sind deshalb keine optionalen Ergänzungen, sondern integrale Bestandteile jedes zuverlässigen DLC-Systems.

Immersion Cooling: Maximale Wärmedichte im geschlossenen System

Bei Immersion-Cooling-Systemen unterscheidet man zwischen Single-Phase- und Two-Phase-Verfahren: Bei der Single-Phase-Immersion bleibt das dielektrische Fluid flüssig und wird über einen externen Wärmetauscher abgekühlt. Bei der Two-Phase-Immersion verdampft das Medium an heißen Bauteiloberflächen, kondensiert an einem Kühler und fließt im geschlossenen Kreislauf zurück – ein Verfahren mit besonders hoher Wärmedichte und PUE-Werten nahe 1,0, das jedoch höhere Anforderungen an die Reinheit und chemische Stabilität des Kühlmediums stellt.

In diesen Systemen ist Kühlmittelreinheit und Partikelmessung das, was Luftqualität für konventionelle Anlagen ist. Partikel können Mikrokanäle in Wärmetauschern und Cold Plates verstopfen und den Wärmeübergang dauerhaft verschlechtern.

Die Wartung von Immersionskühlanlagen bietet eigene Herausforderungen: Verunreinigungen in dielektrischen Flüssigkeiten können die elektrische Isolationswirkung des Kühlmediums schrittweise reduzieren. Regelmäßige Partikelmessungen und Flüssigkeitsanalysen sind deshalb integraler Bestandteil jedes Wartungskonzepts für Immersion-Cooling-Systeme im Rechenzentrum.

Flüssigkeitsfilter für Kühlkreisläufe im Rechenzentrum

In Direct-to-Chip- und Immersion-Cooling-Systemen ist die Reinheit des Kühlmediums ebenso kritisch wie die Luftqualität in konventionellen Anlagen. Kühlmittelpartikelfilter schützen Mikrokanäle in Cold Plates und Wärmetauschern vor partikulären Ablagerungen, die den Wärmeübergang dauerhaft verschlechtern und zu Verstopfungen führen. Auch hier bieten wir mit unserem Bereich Water & Membrane Solutions gezielte Aufbereitungslösungen für Kühlwasserkreisläufe – ein Aspekt, der im Zuge steigender Flüssigkühlanteile separat betrachtet werden sollte. 

Weitere Einblicke von unserem CEO:

Im DeepDive CleanTech Podcast erläutert MANN+HUMMEL President & CEO Kurk Wilks, wie moderne Filtrationstechnologien dazu beitragen können, den Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren zu reduzieren und gleichzeitig einen zuverlässigen und effizienten Kühlbetrieb zu unterstützen.

Wasserkühlung und hybride Konzepte in Rechenzentren: Mehr Dichte, mehr Anforderungen

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Hybride Rechenzentren kombinieren Luftkühlung für moderate Lasten mit Server-Wasserkühlung für Hochleistungskomponenten. Adiabatische Kühlung und Wasserqualität sind dabei untrennbar verknüpft: Adiabatische Systeme senken durch Wasserverdunstung den Energiebedarf der Kältemaschinen erheblich, setzen jedoch sorgfältig aufbereitetes Wasser voraus – Kalkablagerungen und mikrobielles Wachstum beeinträchtigen die Benetzungsflächen und erhöhen das Legionella-Risiko. Zusatzwasseraufbereitung im Rechenzentrum ist hier kein optionaler Schritt, sondern Betriebsvoraussetzung.

Adiabatische Systeme sind energetisch attraktiv, gelten in Regionen mit Wasserknappheit jedoch zunehmend als kritisch: Sie verbrauchen je nach Klimazone und Auslastung mehrere Millionen Liter Wasser pro Jahr. Angesichts wachsender ESG-Anforderungen und regulatorischer Berichtspflichten fließt dieser Wasserverbrauch – ausgedrückt im Water Usage Effectiveness (WUE) – immer häufiger in die Nachhaltigkeitsbewertung von Rechenzentren ein.

Teilstromfiltration am Kühlturm hält Schwebstoffe und Korrosionsprodukte aus dem Kreislauf heraus und verlängert die Standzeiten von Wärmetauschern messbar. Um Verschmutzung von Wärmetauschern zu verhindern, empfiehlt sich zudem eine mehrstufige Wasseraufbereitung: von der mechanischen Vorfiltration bis zur chemischen Konditionierung der Kühlkreisläufe. Ein vollständiges Wasserqualitätsmanagement im Rechenzentrum umfasst darüber hinaus auch die Aufbereitung des Zulaufwassers über eine Wasseraufbereitungsanlage sowie die Behandlung des Abwassers – beides Standard-Applikationen, für die MANN+HUMMEL Water & Membrane Solutions dedizierte Komponenten bereithält.

Dabei gilt: Selbst in vollständig flüssigkeitsgekühlten Anlagen bleibt Luftfiltration relevant – für Technikbereiche, Wartungszonen und die Raumluftqualität der Belegschaft. Die Kombination aus konsequenter Luftfiltration und Flüssigkeitsmanagement versetzt Betreiber in die Lage, höhere Rack-Dichten zu betreiben, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und regulatorische Anforderungen nach ANSI/TIA-942 und IEC-60721-3-3-2019 zuverlässig zu dokumentieren.

Stationäre Energiespeicherung im Rechenzentrum: BESS, Redox-Flow und Brennstoffzellen

Die Stromversorgungssicherheit eines Rechenzentrums hängt nicht nur von der Kühlung ab – sie beginnt bei der unterbrechungsfreien Bereitstellung von elektrischer Energie. Neben klassischen USV-Systemen setzen Betreiber zunehmend auf Battery Energy Storage Systems (BESS): großskalige stationäre Energiespeicher, die als Puffer zwischen Stromnetz und IT-Infrastruktur fungieren und bei Netzausfällen nahtlos übernehmen.

Auch diese Systeme stellen spezifische Anforderungen an Filtration und Schutz. Wir bieten aus unserem bewährten Portfolio – ursprünglich für eMobility-Anwendungen entwickelt, heute ebenso für stationäre Applikationen einsetzbar – gezielte Lösungen:

  • ProVent Batterieentlüftungen schützen BESS-Gehäuse und Batteriemodule vor gefährlichem Druckaufbau durch Ausgasungen und kontrollieren gleichzeitig den Feuchtigkeitseintrag.
  • Kathodenwasserabscheider und Kathodenluftfilter schützen Brennstoffzellenstacks in Backup-Systemen vor Verunreinigungen, Feuchtigkeit und partikulären Schadstoffen in der Zuluft.
  • Membranbefeuchter für Brennstoffzellen erhalten die Ionenleitfähigkeit der Membran und verlängern so die Lebensdauer von Brennstoffzellen-Systemen zuverlässig.

Redox-Flow-Batterien (RFBs) zählen zu den vielversprechendsten Technologien im Bereich der stationären Energiespeicherung mit Fokus auf Long Duration Energy Storage (LDES): Im Unterschied zu konventionellen Lithium-Ionen-Akkus speichern sie Energie in flüssigen Elektrolyten, die in externen Tanks zirkulieren – skalierbar, langlebig und nicht brandgefährdet. MANN+HUMMEL Water & Membrane Solutions bietet mit MIONEX eine eigene Ionenaustausch-Technologie, die in Redox-Flow-Batterien eingesetzt wird und zur Stabilität und Effizienz des Elektrolytsystems beiträgt.

Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in einem Rechenzentrum beginnt mit der unterbrechungsfreien Bereitstellung elektrischer Energie. Über klassische USV-Systeme hinaus setzen Betreiber zunehmend auf Battery Energy Storage Systems (BESS): großskalige, stationäre Speicher, die als dynamischer Puffer zwischen Stromnetz und IT-Infrastruktur fungieren – Unterbrechungen nahtlos überbrücken und kurzfristige Schwankungen ausgleichen.

Da der Strombedarf von Rechenzentren – getrieben durch Hyperscale- und KI-Workloads – kontinuierlich steigt, kann die Netzinfrastruktur oft nicht Schritt halten. Genau hier wird Long Duration Energy Storage (LDES) zum strategischen Enabler. Anders als konventionelle BESS-Lösungen bieten LDES-Systeme eine verlängerte Entladekapazität, die sich an den Lastprofilen von Rechenzentren über Stunden oder sogar Tage orientiert. Sie stellen den Betrieb nicht nur bei kurzen Unterbrechungen sicher, sondern auch bei anhaltenden Netzengpässen oder -instabilitäten.

In diesem Umfeld heben sich Redox-Flow-Batterien (RFBs) als besonders flexible LDES-Technologie hervor. Neben der Fähigkeit zur Langzeit-Energieversorgung reagieren RFBs auch schnell auf kurzfristige Lastspitzen – wie sie beispielsweise durch KI-gestützte Rechenzentrumsworkloads entstehen. Die Möglichkeit, Leistungs- und Energiekapazität voneinander zu entkoppeln, ermöglicht die effiziente Bewältigung von Dauerlast und plötzlichen Spitzenwerten gleichermaßen. Das Ergebnis: ein System, das sowohl Peak Shaving als auch erweiterte Notstromversorgung in einer einzigen Lösung vereint.

Ein entscheidender Vorteil: LDES-Lösungen – einschließlich RFBs – lassen sich deutlich schneller implementieren als Netzausbauvorhaben und bieten damit eine kurzfristige Antwort auf Kapazitätsengpässe. Durch die Entkopplung des Rechenzentrumswachstums von der Netzbereitschaft gewinnen Betreiber die Flexibilität, ihre Infrastruktur auszubauen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. In Kombination mit BESS und USV bildet LDES eine resiliente, mehrschichtige Energiearchitektur – und stellt eine konstante Stromversorgung auch dann sicher, wenn das Netz die Nachfrage nicht decken kann.

Design und TCO: PUE-Wert optimieren durch Filtration – die richtige Strategie wählen

Filtration ist keine einmalige Investitionsentscheidung, sondern eine kontinuierliche Strategie. Für Facility-Manager lohnt sich der Blick auf drei Dimensionen: Schutzwirkung, Energieeffizienz und Total Cost of Ownership (TCO).

MANN+HUMMEL Air Filtration für saubere Luft in Rechenzentren

Die physische Sicherheit eines Rechenzentrums beginnt nicht am Serverrack – sie beginnt mit der Luft, die durch Ihre Anlage fließt. Als einer der wenigen Filtrationsspezialisten weltweit, der Lösungen für Luftkühlung und Flüssigkühlung aus einer Hand anbietet, unterstützen wir Sie dabei, die passende Kühllösung mit Filtration für Ihr Rechenzentrum zu entwickeln: von der Standortanalyse und Korrosivitätsbewertung über die Medienauswahl bis hin zur laufenden Qualitätsüberwachung.

Seit mehr als 80 Jahren steht MANN+HUMMEL weltweit für innovative, hocheffektive Filtrationslösungen. Wir sorgen für saubere Mobilität, saubere Luft, sauberes Wasser und eine saubere Industrie. Mit unseren Konzepten und Lösungen ist die Kühlung in Rechenzentren sicher, leistungsstark und bereit für die Zukunft. Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf – für eine individuelle Erstberatung.

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Filtration in Rechenzentren

Server, Speichersysteme und Netzwerkkomponenten wandeln elektrische Energie in Rechenleistung um – dabei entsteht unvermeidlich Abwärme als physikalisches Nebenprodukt dieses Vorgangs. Ohne kontinuierliche Wärmeabfuhr überschreiten Prozessoren und andere Komponenten innerhalb kurzer Zeit ihre maximal zulässigen Betriebstemperaturen, was zunächst zur Leistungsdrosselung (Thermal Throttling) und bei anhaltender Überhitzung zu dauerhaften Hardware-Schäden führt. Moderne KI-Beschleunigerkarten erreichen Verlustleistungen von mehreren hundert Watt pro Chip – auf Rack-Ebene summiert sich das auf 30 bis über 100 Kilowatt. Hinzu kommt, dass erhöhte Betriebstemperaturen die Fehlerrate elektronischer Bauteile erhöhen und die Gerätelebensdauer verkürzen – um bis zu zwei bis vier Jahre, wenn Kühl- und Filtrationsanforderungen nicht erfüllt werden. Zuverlässige Kühlung ist deshalb keine Komfortfunktion, sondern die betriebskritische Grundlage für Verfügbarkeit, Hardwareschutz und Wirtschaftlichkeit jeder Rechenzentrumsinfrastruktur.

Flüssigkeitskühlung bezeichnet den Einsatz von Kühlmedien – in der Regel Wasser, Wassergemische oder dielektrische Fluide – zur direkten Abführung von Abwärme aus IT-Komponenten oder Serverracks. Im Unterschied zur konventionellen Luftkühlung, die Wärme über konditionierte Zuluft abtransportiert, nutzt die Flüssigkeitskühlung die deutlich höhere Wärmekapazität flüssiger Medien. Wasser kann pro Volumeneinheit ein Vielfaches der Wärmemenge gegenüber Luft aufnehmen, was eine kompaktere und effizientere Kühlung ermöglicht. Flüssigkeitskühlung kommt vor allem dort zum Einsatz, wo sehr hohe Rack-Dichten – etwa bei KI-Servern mit 30 bis über 100 Kilowatt pro Rack – eine ausreichende Wärmeabfuhr durch Luft erschweren. Typische Ausprägungen sind Direct-to-Chip-Kühlung (DLC), Rear-Door-Wärmetauscher und Immersion Cooling.

Eine pauschale Bewertung ist hier nicht möglich – die optimale Kühlstrategie hängt von Rack-Dichte, Workload-Typ und den betrieblichen Randbedingungen ab. Luftkühlung ist für moderate Wärmelasten bis etwa 15 bis 20 Kilowatt pro Rack nach wie vor kosteneffizient und gut etabliert. Bei KI-beschleunigten Hochleistungsanwendungen mit 30 Kilowatt und mehr pro Rack gerät sie jedoch an physikalische Grenzen, da der Ventilatorenergiebedarf exponentiell steigt und Hotspots entstehen. Flüssigkeitskühlung ermöglicht in solchen Szenarien niedrigere PUE-Werte und eine präzisere Temperaturregelung. In der Praxis setzen moderne Rechenzentren deshalb häufig auf hybride Konzepte, die beide Technologien gezielt kombinieren.

Bei der Flüssigkeitskühlung nimmt ein flüssiges Medium die Abwärme von IT-Komponenten (Technologie-Kühlsysteme, TCS-Kreislauf) auf und transportiert sie über einen Kreislauf zu einem Wärmetauscher oder einer Kältemaschine, wo die Energie abgegeben und das Medium wieder abgekühlt wird (Gebäudewassersystem, FWS-Kreislauf). Bei der Direct-to-Chip-Kühlung sind Kältekörper direkt auf Prozessoren oder GPUs montiert, durch die Kühlwasser geleitet wird. Rear-Door-Wärmetauscher nehmen die Abluft eines Racks am Auslass auf und kühlen sie, bevor sie zurück in den Data Hall strömt. Beim Immersion Cooling werden Server oder Komponenten vollständig in dielektrische Flüssigkeiten eingetaucht, die Wärme direkt von den Bauteiloberflächen aufnehmen. Die erwärmte Flüssigkeit durchläuft anschließend einen externen Wärmetauscher, wird dort abgekühlt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt.

Der Power Usage Effectiveness (PUE) setzt den Gesamtenergieverbrauch einer Facility ins Verhältnis zu der Energie, die tatsächlich für die IT-Last genutzt wird – ein PUE von 1,0 wäre theoretisch ideal und bedeutet keinerlei Overhead. In der Praxis liegt der globale Branchendurchschnitt bei rund 1,57; hochmoderne Rechenzentren erreichen Werte unter 1,2. Hyperscale-Betreiber mit optimierten Kühlsystemen berichten regelmäßig PUE-Werte zwischen 1,1 und 1,2. Kühlung ist dabei der größte Stellhebel: HVAC-Systeme verursachen 30 bis 60 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs, weshalb jede Effizienzverbesserung im Kühlsystem direkt auf den PUE wirkt. Auch die Filteroptimierung leistet einen messbaren Beitrag: Eine Reduzierung des Filterdruckabfalls von 0,72 in. w.g. auf 0,3 in. w.g. senkt die Ventilatorbetriebsleistung spürbar und verbessert damit den PUE.

Bei der Immersionskühlung werden Server oder einzelne Hardware-Komponenten vollständig in eine elektrisch nicht leitende (dielektrische) Flüssigkeit eingetaucht, die Wärme direkt von den Bauteiloberflächen aufnimmt. Da das Kühlmedium in direktem Kontakt mit der Elektronik steht, ist der Wärmeübergang effizienter als bei jeder indirekten Methode. Man unterscheidet Single-Phase-Immersion – die Flüssigkeit bleibt flüssig und wird über einen externen Wärmetauscher abgekühlt – von Two-Phase-Immersion, bei der das Fluid an heißen Oberflächen verdampft, an einem Kondensator wieder verflüssigt wird und zurückläuft. Immersion Cooling ermöglicht sehr kompakte Rack-Designs mit hohen Wärmedichten und kann PUE-Werte nahe 1,0 erzielen. Die Reinheit und Qualität des dielektrischen Mediums muss kontinuierlich überwacht werden, da Verunreinigungen die elektrische Isolationswirkung des Fluids schrittweise beeinträchtigen können.

In wassergekühlten Systemen – ob Chilled-Water-Kreisläufe, adiabatische Kühlung oder Kühlturmkreisläufe – beeinflusst die Wasserqualität unmittelbar die Effizienz und Betriebssicherheit der gesamten Kühlanlage. Kalkablagerungen auf Wärmetauschern erhöhen den Wärmedurchgangswiderstand und senken die Kühlleistung schrittweise, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Mikrobielles Wachstum – darunter Legionella-Bakterien – stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für das Betriebspersonal dar und führt zu Biofouling in Leitungen und Kühlköpfen. Korrosionsprodukte aus unbehandeltem Wasser setzen sich in Mikrokanälen von Cold Plates und Wärmetauschern ab und können diese dauerhaft schädigen. Regelmäßige Zusatzwasseraufbereitung, Teilstromfiltration und chemische Kreislaufkonditionierung sind deshalb feste Bestandteile eines professionellen Rechenzentrumsbetriebs.

Luftkühlung setzt konditionierte Luft als Wärmeträger ein: CRAC- oder CRAH-Einheiten kühlen die Warmluft aus dem Data Hall, die dann wieder an die Server geführt wird und deren Abwärme aufnimmt. Flüssigkeitskühlung nutzt dagegen Wasser oder dielektrische Fluide, die Wärme entweder indirekt über Kältekörper an den Komponenten oder direkt durch Eintauchen der Hardware aufnehmen. Der zentrale physikalische Unterschied liegt in der Wärmekapazität: Flüssigkeiten transportieren pro Volumeneinheit ein Vielfaches der Wärmemenge gegenüber Luft. Luftkühlung ist für moderate Rack-Dichten bewährt und kosteneffizient, stößt aber bei hochdichten KI-Workloads an ihre Grenzen. Flüssigkeitskühlung ist energieeffizienter bei hohen Wärmeleistungen, erfordert jedoch zusätzliche Infrastruktur, konsequentes Flüssigkeitsmanagement und höhere Investitionskosten.

Verdunstungskühlung – auch adiabatische Kühlung – nutzt den physikalischen Effekt, dass verdunstetes Wasser der Umgebungsluft Energie entzieht und sie dabei abkühlt. In Rechenzentren wird dieses Prinzip eingesetzt, um Außenluft vorzukühlen, bevor sie in die Kältemaschinen oder den Data Hall gelangt – und damit die Betriebsstunden energieintensiver Kompressionskältetechnik zu reduzieren. Besonders in gemäßigten Klimazonen kann adiabatische Kühlung den Kühlenergiebedarf erheblich senken und zu deutlich niedrigeren PUE-Werten beitragen. Der Nachteil liegt im Wasserverbrauch: Adiabatische Systeme benötigen kontinuierlich aufbereitetes Wasser, um Kalkablagerungen, Verkeimung und Legionella-Risiken in den Befeuchtungssystemen zu verhindern. In Regionen mit Wasserknappheit oder im Kontext strenger ESG-Zielsetzungen wird der Wasserverbrauch dieser Systeme zunehmend kritisch bewertet.

CRAC (Computer Room Air Conditioner) und CRAH (Computer Room Air Handler) sind beide Präzisionsklimaeinheiten für Serverräume, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Kältetechnik. Ein CRAC-Gerät verfügt über einen eigenen integrierten Kältekreislauf nach dem Direktexpansionsprinzip – es kühlt Warmluft direkt über einen internen Verdampfer und gibt konditionierte Luft zurück in den Raum, ähnlich einer stationären Klimaanlage. Ein CRAH-Gerät besitzt keinen eigenen Kältekreislauf, sondern nutzt extern bereitgestelltes Kaltwasser, das durch interne Spulen fließt und die Warmluft abkühlt. CRAH-Einheiten sind skalierbarer, in der Regel energieeffizienter und für große oder hochdichte Rechenzentren besser geeignet, da sie von einer zentralen Kälteerzeugung profitieren. CRAC-Einheiten finden sich häufiger in kleineren Serverräumen oder als dezentrale Ergänzung in bestehenden Infrastrukturen.